
Zentrum für Methoden der Sozialwissenschaften
Teilprojekt D6 des Sfb 597 "Staatlichkeit im Wandel"
Der Wandel des Staates als Arbeitgeber: Öffentliche Beschäftigungsregimes zwischen Effizienz und Effektivität, 1980-2010
Projektleitung
Prof. Dr. Bernhard Kittel (Universität Oldenburg)
Prof. Dr. Karin Gottschall (Universität Bremen)
Dr. Sigrid Betzelt (Universität Bremen)
Dipl.-Vw. Markus Tepe (Universität Oldenburg)
3/2008-12/2010
Beschreibung
In diesem Teilprojekt wird mit dem Wandel des Staates als Arbeitgeber der Wandel des demokratischen Rechts- und Interventionsstaates (DRIS) in seiner Ressourcendimension untersucht. Im „Goldenen Zeitalter“ des DRIS lag die Letzt-, Entscheidungs- und Organisationsverantwortung für die Bereitstellung normativer Güter bzw. Dienstleistungen beim Staat und sie wurden mit einem „Staatsdiener“-Beschäftigungstypus verwirklicht. Wie hat sich Staatlichkeit in dieser Arbeitgeberfunktion seit dem Ende des DRIS verändert? Differenzieren sich die Verantwortungsebenen aus, kommt es aufgrund der Umstrukturierung und Privatisierung von Teilen des öffentlichen Sektors und der Einführung privatwirtschaftlicher Leistungskriterien auch zur Orientierung an privatwirtschaftlichen Beschäftigungspraktiken? Verliert damit die Beschäftigungskategorie des öffentlich Bediensteten – gekennzeichnet durch Privilegien und eine Vorbild- und Integrationsfunktion gegenüber der Privatwirtschaft – an Bedeutung? In diesem Teilprojekt untersuchen wir, ob es zu einer Wandlung „vom Staatsdiener zum Dienstleister“ kommt, bei länderspezifischen und verwaltungssektoralen Unterschieden. Mit der „Arbeitgeberfunktion“ fokussiert das Teilprojekt auf eine zentrale Binnendimension von Staatstätigkeit: das gewandelte Verhältnis des Staates zu seinen Beschäftigten und das changierende „Gesicht“ von Staatshandeln als Handeln durch staatliche Beschäftigte.
In der ersten Phase (2008-2010) erfolgt zunächst eine Bestandsaufnahme zum Wandel öffentlicher Beschäftigung in der OECD-Welt, einschließlich vertiefender Länderprofile für die Kontinentalländer Deutschland, Frankreich und Schweden, kontrastiert mit Großbritannien als dem Vorreiter eines „schlanken Staates“. Darauf aufbauend wird in weiteren Arbeitsschritten – ausgehend von drei typischen Formen von staatlicher Verantwortungsverlagerung, die zugleich für Verwaltungssektoren spezifisch ausfallen – mit einem qualitativem Design genauer untersucht: Wie haben sich die Regulierung öffentlicher Beschäftigungsverhältnisse und die Gestaltung von Personalpolitik verändert und wie ist die Varianz von Wandelprofilen im Ländervergleich zu erklären?
Die Untersuchung fokussiert im Ländervergleich auf die drei Fälle: Erhalt der
- staatlichen Letztverantwortung bei Aufgabe der Organisations- und Entscheidungsverantwortung in Agencies als neuen Formen regulierender Verwaltung;
- Letzt- und Entscheidungsverantwortung in der Leistungsverwaltung, bei der staatliche Einrichtungen in Konkurrenz zu privatwirtschaftlichen Betrieben gestellt werden; sowie
-
Letzt-, Entscheidungs- und Organisationsverantwortung in der klassischen Ordnungsverwaltung bei Binnenreform der Verwaltung.
Als Folgewirkung dieser Prozesse wird in der zweiten Phase (2011-2014) der Schwerpunkt auf die Außenwirkung des „Staatsdieners neuen Typs“ gelegt. Untersucht wird das Selbstverständnis öffentlicher Beschäftigter als Dienstleister sowie das Verhältnis von öffentlichen Dienstleistern und Bürgern.
Für weitere Informationen klicken Sie bitte auf den folgenden Link und wählen dort das Projekt D6 aus: www.sfb597.uni-bremen.de/pages/forProjektBeschreibung.php?SPRACHE=de&ID=29